Historie
Die Geschichte des Spielmannszug Bausenhagen e.V. oder die Spielmannsmusik im Wandel der Zeit Wir   schreiben   das   Jahr   1922.   Die   Männer   um   Paul   Pott,   Hubert   und   Karl   Brinkmann hatten   die   Idee   eine   neue   Gemeinschaft   zu   gründen.   Musikmachen   sollte   nun   für jedermann   im   Dorf   möglich   sein.   Ein   Spielmannszug   war   deshalb   die   beste   Lösung   ein neues   Kapitel   in   der   Geschichte   des   kleinen   Dorfes   Bausenhagen   zu   eröffnen.   Dabei schloss   man   sich   der   Freiwilligen   Feuerwehr   Bausenhagen   an,   was   hauptsächlich praktische und finanzielle Gründe hatte: 1. Die meisten Männer waren Mitglied in der Feuerwehr, 2. Die   Uniformen   wurden   von   den   Trägern   der   Feuerwehren,   den   Städten   und Gemeinden zur Verfügung gestellt, 3. Spielmannsmusik war im wesentlichen Zweckmusik. So konnte man sich bei             z. B. Umzügen sehr gut in der Öffentlichkeit präsentieren. Die   ersten   Proben   wurden   bei   gutem   Wetter   teilweise   im   Wald   im   Holtkamp   abgehalten,   so   gab   es   zumindest   keinen   Ärger   mit den   Nachbarn.   Denn   nur   Übung   macht   den   Meister   und   jeder   Anfang   ist   schwer.   Natürlich   wurde   Marschmusik   gespielt, welche heute auch mit dem Namen „Knüppelmusik“ bezeichnet wird. Die    folgenden    Jahre    bis    etwa    1947    liegen    in    einer    großen    Grauzone.   Anfang    der dreißiger     Jahre     nahm     die     Arbeitslosigkeit     dramatische     Ausmaße     an.     Auf     die Veranstaltung   von   Volks-   und   Schützenfesten   verzichtete   man,   so   dass   größere Auftritte nicht   möglich   waren.   Es   ist   anzunehmen,   dass   in   der   Hitlerzeit   und   dem   2.   Weltkrieg   der Spielbetrieb   gänzlich   eingestellt   wurde.   Die   meisten   Männer   waren   zum   Kriegsdienst einberufen und Spielmannsmusik war eine reine Männerdomäne. 1948    begann    sich    der    Spielmannszug    neu    zu    formieren.    Die    ersten   Auftritte    waren nachweislich    auf    privaten    Festen,    wie        z.B.    dem    Polterabend    von    Maria    und    Josef Reinold. 1963   ist   eine   erste   Vereinsinterne   „Vatertagswanderung“   zu   nennen.   Auch   heute   führen wir   diese   Tradition   weiter   fort.   Sowohl   als   interne   Wanderung   bzw.   Fahrt   mit   unserem   vereinseigenem Anhänger,   als   auch   mit der   Veranstaltung   „Raus   auf´s   Land“,   die   alle   zwei   Jahre   viele   Wandergruppen   und   Vereine   auf   den   Hof   Simon   lockt,   wo   wir mit dem legendären Tracktorpulling und viel Musik einen schönen Vatertag verbringen. 1972   befand   sich   der   Verein   wiederholt   an   einem   Tiefpunkt.   Das   50-   jährige   Jubiläum   wurde   nicht   gefeiert,   da   der   Verein   zu diesem Zeitpunkt aus lediglich noch 15 aktiven Spielleuten bestand. Doch langsam aber stetig ging es wieder aufwärts. 1975   wurde   der   erste   Jahresbericht   erstellt   und   auf   einer   kleinen   internen   Versammlung   vorgestellt.   Als   „Anhängsel“   der Feuerwehr gab es jahrelang keinen kompletten Vorstand. 1977 wurde dieser zum ersten Mal mit folgendem Ergebnis gewählt: 1.Vorsitzender: Heinz Mischkowski 2. Vorsitzender: Josef Gräbe Kassierer: Heinrich Bücker Schriftführer: Manfred Nierhoff Tambourmajor: Reinhard Nierhoff Kassenprüfer: Bernhard Raffenberg Meinolf Bücker Kurz   darauf   veranstaltete   der   aufstrebende   Verein   im   Jahr   1980   ein   erstes   Freundschaftstreffen   auf   Lamberts   Hof.   Kein Jubiläum   oder   runder   Geburtstag   gab   den Anlass.   Einfach   der   Spaß   am   Musik   machen   und   mit   anderen   Vereinen   in   Kontakt zu treten motivierte die Spielleute ein großes Fest zu planen. Bald   wurden   auch   neue   Herausforderungen   angenommen.   Beim   Wertungsspiel   der   Spielmannszüge   in   Unna   erzielte   man 1981, mit 2 Punkten Abstand auf den 1. Rang, den 2. Platz in der Kategorie „Marschmusik“. Auf einem weiteren Wettstreit 1983 in Werne belegte man in der 3. Klasse den 1. Platz. Die    Jahre    vergingen    und    der    Spielmannszug    der    Freiwilligen    Feuerwehr    Bausenhagen    erfreute    sich    immer    größerer Beliebtheit, so dass 1992 der 70. Geburtstag in der Kartoffelhalle von Hubert Simon groß gefeiert wurde. 1993   kann   als   ein   Jahr   mit   einer   großen   Veränderung   betrachtet   werden.   Das   Spiel nach   Punkten   und   Buchstaben   sollte   den   Verein   auf   seinem   weiteren   musikalischen Weg    nicht    länger    bremsen    und    so    beschloss    man    den    Beginn    der    Notenlehre innerhalb     des     Vereins     einzuführen.     Dies     und     der     erste     D1-Lehrgang     des Volksmusikerbundes   NRW   für   den   gesamten   Verein   bildete   den   Grundstein   des anschließenden musikalischen Wandels. Auch   aus   diesem   Grund   konnte   1994   der   erste   „Große   Zapfenstreich“   zum   175- jährigen    Jubiläum    des    Schützenvereins    Kirchspiel    Bausenhagen    vorgetragen werden. 1997   wurde   abermals   an   eine   alte   Tradition angeknüpft. Das   75.   Jubiläum   des   Vereins   wurde   mit   einem   großen   Konzert,   einer   Disco   und einem   Freundschaftstreffen   mit   großer   Beteiligung   befreundeter   Vereine,   sowie   der Bevölkerung    in    der    geschmückten    Kartoffelhalle    von    Hubert    Simon    gefeiert.    Ein Highlight    des    Festes:    Das    Stück    "Westfalengruß"    wurde    mit    Blasmusik    und Gesangsverein   uraufgeführt   und   eröffnete   dem   Verein   nun   weitere   Möglichkeiten   mit moderneren    Stücken,    sowie    dem    Zusammenspiel    mit    der    Blasmusik    auf    sich aufmerksam zu machen. 2002   wurde   zum   Anlass   des   80.   Jubiläums   des   Vereins   wiederum   ein   Konzert   aufgeführt.   Es   fand   im   Schützenfestzelt   des Schützenvereins   Kirchspiel   Bausenhagen   statt   und   fasste   eine   erheblich   größere   Menge   an   Zuschauern   als   die   Kartoffelhalle. Mit   "Highland   Cathedral"   wurde   das   erste   nicht   Marschstück   dargeboten.   Für   dieses   Konzert   wurde   unser   Instrumentarium   mit zwei geliehenen Kesselpauken ergänzt. Auch in dem Bereich Kirchenmusik entschlossen wir uns einige neue Dinge auszuprobieren. Durch glückliche Zufälle gelang es uns ein Marimbaphon zu erhalten, das wir kostenlos für ein halbes Jahr testen durften. Mit diesem erweiterten Klangbild war es nicht schwierig anfängliche Zweifel auszulöschen. Neue Möglichkeiten taten sich auf, so dass wir im Jahre 2006 unser erstes Kirchenkonzert in der Sankt Agnes Kirche zu Bausenhagen gaben. Nach   diesem   Konzert,   weiteren   Auftritten   und   der   positiven   Resonanz   durch   das Publikum   wurde   der   Entschluss   gefasst,   dass   Instrumentarium   stark   zu   verstärken. Der   Verein   kaufte   in   den   folgenden   Jahren   ein   eigenes   Marimbaphon,   einen   4er- Satz    Kesselpauken,    eine    Marchingtrommel,    ein    Glockenspiel,    sowie    mehrere Percussioninstrumente.   Somit   wurde   es   ermöglicht,   konzertante   Musik   der   heutigen   Zeit   in   vollem   klanglichem   Ausmaß   und sämtlicher   verfügbarer   Stimmzahl   spielen   zu   können.   Das   aktuelle   Repertoire   reicht   von   der   traditionellen   Marschmusik   über Konzertmärsche bis hin zur Kirchen- und Popmusik. Zusammen   mit   dem   Musikverein   der   Freiwilligen   Feuerwehr   Heggen   führten   wir im   Frühjahr   2009   unsere   bekannte   Konzertreihe   „Frühlingserwachen“   in   der Aula der   Gesamtschule   Fröndenberg   fort.   Zum   ersten   Mal   bot   sich   die   Möglichkeit alle   neu   erworbenen   Instrumente   einzusetzen.   Clou   dieses   Konzertes   war   der Auftritt   einiger   Mitglieder   des   Vereins   in   der   "Aktion   Saubere   Palz   2.0".   Einem Instrumentalstück   mit   eigens   entworfenen   Rhythmen,   sowie   selbst   gebauten Instrumenten aus Alltagsmaterialien, wie Mülleimern.   13    Mitglieder    des    Spielmannszuges    bildeten    im    Jahr    2009    einen    neuen   Teil    des Vereins,   wodurch   erneut   gezeigt   wurde,   dass   Spielmannszug   auf   keinen   Fall   mehr   nur noch    mit    dem    Begriff    „Knüppelmusik“    in    Verbindung    gebracht    werden    darf.    Die "Malletband"       bezeichnet       eine       Gruppe,       die       nur       auf       Schlag-       und Percussioninstrumenten   spielt   und   moderne   Hits   wie   „Eye   of   the   Tiger“   von   Survivor, „Clocks“   von   Coldplay   oder   „Waka   Waka“   von   Shakira   in   einem   ganz   neuen   Klangbild erscheinen   lässt.   Schnelle   Rhythmen   und   interessante   Variationen   machen   diese   Art Musik zu machen aus. Die   alljährliche   Hauptversammlung   im   Jahr   2010   stellt   einen   weiteren   Meilenstein   in der   Geschichte   des   Spielmannszuges   Bausenhagen,   der   mittlerweile   ein   eingetragener   Verein   ist,   dar.   Die   Vorstandswahlen ergeben    einen    neuen,    ausgesprochen    jungen    Vorstand,    der    auf    den    Taten    und    Werken    des    scheidenden    Vorstandes hervorragend weiter aufbauen kann.  Im   Rahmen   des   Kulturhauptstadtjahres   2010   nimmt   der   Spielmannszug   an   der   „Local   Heroes   Woche“   in   der   Kulturschmiede Fröndenberg teil. 2011   setzen   wir   unsere   „Frühlingserwachen“-Konzertreihe   fort   und   spielen   wiederholt   mit   dem   Musikzug   der   Freiwilligen Feuerwehr   Heggen   ein   großes   Konzert   in   der   Aula   der   Gesamtschule   Fröndenberg.   Auch   bei   diesem   Konzert   wird   das Publikum     mit     modernen    Arrangements     und     althergebrachten     Musikstücken     verwöhnt,     sowie     wiederum     mit     einem Spezialauftritt    der    Bausenhagener    überrascht.    Zum    ersten    Mal    lässt    eine    A-Capella-Darbietung    der    jungen    und    jung gebliebenen Mitglieder des Vereins die musikalische Spannweite des Spielmannszuges erahnen. Im   Jahr   2013   sollte   der   nächste   große   Umbruch   im   Verein   stattfinden.   Nach   langer   Überlegung   und   der   EInbeziehung   aller aktiven   Musiker   wurde   sich   dazu   entschlossen,   das   Flötenregister   nach   und   nach   auf   Böhmflöten   umzustellen.   Die   ersten Früchte   der   Umstellung   und   der   intensiven   Arbeit   mit   den   neuen   Flöten   konnten   wir   dem   Publikum   am   28.11.2015   im Adventskonzert   in   der   Sankt Agnes   Kirche   Bausenhagen   präsentieren.   In   der   Kirche   spielten   wir   das   erste   Konzert   komplett   in der neuen Besetzung. Der Spielmannszug Bausenhagen e.V. besteht aktuell aus über 50 aktiven Mitgliedern. Hiervon sind über die Hälfte Jugendliche. Neben dem musikalischen Wandel der letzten Jahre ist der Verein auch im Bereich der Freizeitaktivitäten stark tätig. Viele Unternehmungen wie die Vatertagstour, die Weihnachtsfeier der Jugend, Ausflüge in den Freizeitpark oder auch das beliebte „Schneegrillen“ führen dazu, dass die Gemeinschaft im Verein weiter gestärkt wird.